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Enormer Anstieg bei der Anzahl der Pflegebedürftigen

11.01.2019   Das Statistische Bundesamt hat vor Kurzem aktuelle Daten veröffentlicht, die zeigen wie viele Bürger hierzulande bis Ende 2017 pflegebedürftig waren. Die Statistik zeigt aber auch, dass mit steigendem Alter die Wahrscheinlichkeit, ein Pflegefall zu werden, erheblich größer wird.

Die Zahl der Pflegefälle ist auf Zehnjahressicht betrachtet um über die Hälfte auf 3,4 Millionen zum Jahresende 2017 gestiegen. Allein gegenüber 2015 beträgt das Plus fast ein Fünftel. Dies geht aus der kürzlich vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Pflegestatistik 2017 hervor. Die Daten zeigen zudem, dass über 80 Prozent der Pflegebedürftigen 65 Jahre oder älter waren.

Ende 2017 gab es hierzulande 3,4 Millionen pflegebedürftige Menschen. Dies geht aus der jüngst vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten „Pflegestatistik 2017“ hervor. Im Vergleich zur letzten Pflegestatistik aus dem Jahr 2015 gab es eine Zunahme um rund 550.000 Pflegebedürftige. Das entspricht einem Zuwachs von fast einem Fünftel. Auf Zehnjahressicht betrachtet – damals galten über 2,2 Millionen Bürger als pflegebedürftig – ist die Anzahl um rund 1,2 Millionen Pflegefälle und damit um rund 52 Prozent gestiegen.

Als Hauptgrund für den aktuellen Zuwachs hebt Destatis den zum 1. Januar 2017 geänderten Begriff der Pflegebedürftigkeit hervor. Bis 2016 spielte bei der Feststellung einer Pflegebedürftigkeit hauptsächlich der Grad der körperlichen Einschränkungen bei alltäglichen Verrichtungen eine Rolle. Ab 2017 werden neben der körperlichen nun auch die kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen gleichermaßen berücksichtigt. Seitdem werden auch Personen mit einem Hilfe- und Betreuungsbedarf wegen kognitiver oder psychischer Einschränkungen wie einer Demenz als pflegebedürftig eingestuft.

80 Prozent der Pflegebedürftigen sind mindestens 65 Jahre

Über vier von fünf Pflegebedürftigen waren Ende 2017 im Alter von mindestens 65 Jahren. Mehr als jeder Dritte war sogar 85 Jahre oder älter.

Die Statistik zeigt auch, dass die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, mit zunehmendem Alter ansteigt. Konkret steigt die Pflegequote – also der Anteil der Pflegebedürftigen zu allen Bürgern hierzulande, welche in einer bestimmten Altersgruppe sind – überproportional mit zunehmendem Alter an. Insgesamt waren rund 4,1 Prozent der Bevölkerung hierzulande pflegebedürftig.

Bei allen unter 60-Jährigen waren es gerade einmal 0,8 Prozent. Von allen 60- bis unter 70-jährigen Bürgern hierzulande, waren dagegen 3,1 Prozent und von allen 70- bis unter 80-Jährigen bereits 9,1 Prozent ein Pflegefall. Bei allen 80- bis unter 85-jährigen Bürgern in Deutschland beträgt der Anteil der Pflegebedürftigen 23,3 Prozent und in der Altersgruppe der 85- bis unter 90-Jährigen sind es 44,5 Prozent.

Eine halbe Million Pflegebedürftige waren jünger als 60 Jahre

Die höchste Pflegequote gibt es bei den ab 90-Jährigen: Weit mehr als jeder Zweite, nämlich 70,7 Prozent aller Bürger hierzulande, die 90 Jahre alt oder älter sind, gelten als pflegebedürftig. Dennoch gibt es keine Garantie, dass man nicht bereits in jungen Jahren beispielsweise aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalles zum Pflegefall wird. So waren in 2017 rund 507.000 Pflegebedürftige jünger als 60 Jahre.

Im Pflegefall übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung allerdings nur einen Teil der Kosten, daher sollte man bereits in jungen Jahren entsprechend vorsorgen. Das hat den Vorteil, dass man zum einen frühzeitig vor den finanziellen Folgen einer auftretenden Pflegebedürftigkeit geschützt ist. Zum anderen sind für Jüngere die monatlichen Prämienbelastungen für eine Pflegevorsorge erheblich günstiger, als wenn man erst im Alter eine solche abschließt.

Selbst wer derzeit keinen finanziellen Spielraum dafür sieht, erfährt durch die Beratung eines Versicherungsfachmanns oftmals von Absicherungslösungen, teils sogar mit staatlicher Förderung, auf die er ohne eine gründliche Analyse nicht gekommen wäre.

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