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Häufige Ursachen für Krankheitstage bei Arbeitnehmern

08.02.2019   Nach einer Analyse einer gesetzlichen Krankenkasse stieg der Krankenstand 2018 nur leicht an. Bei den häufigsten Diagnosen, die zu Ausfällen führten, gab es im Vergleich zum Vorjahr einige Veränderungen.

Insgesamt stiegen die krankheitsbedingten Fehlzeiten in 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht an, wie eine Datenauswertung einer gesetzlichen Krankenkasse ergab. Die Hälfte der Fehltage, die es letztes Jahr gab, gehen auf drei Krankheiten zurück: Rückenleiden, Probleme mit dem Atmungssystem und psychische Leiden.

Insgesamt meldeten sich Deutschlands Arbeitnehmer im vergangenen Jahr etwas häufiger krank als im Jahr zuvor, wie eine Datenanalyse der gesetzlichen Krankenkasse DAK Gesundheit, eines Trägers der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), ergab. Für die Krankenstandsanalyse ließ die Krankenkasse die Daten von 2,5 Millionen Arbeitnehmern auswerten, die bei der Krankenkasse versichert sind. Laut Datenanalyse stieg der Krankenstand von 4,1 Prozent in 2017 auf 4,2 Prozent in 2018 an.

Eine Krankschreibung dauerte 2018 im Schnitt 12,6 Tage. Das sind 0,2 Tage weniger als im Vorjahr, so die DAK. 51,4 Prozent der Arbeitnehmer und damit mehr als jeder Zweite war im Vorjahr gar nicht krankgeschrieben. Hauptgrund für die vermehrten Krankmeldungen war nach Angaben der genannten Krankenkasse die starke Grippewelle zu Beginn des Jahres.

Die Hauptursachen für einen Krankenstand

Die Hälfte der krankheitsbedingten Fehltage 2018 ging auf drei Krankheiten zurück: An erster Stelle standen wie im Vorjahr Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen. Etwa jeder fünfte Fehltag wurde 2018 damit begründet (20,9 Prozent). Danach folgten Atemwegserkrankungen mit 16 Prozent am Gesamtkrankenstand – 2017 belegte dieses Leiden noch den dritten Platz der Fehltageursachen.

Auf Platz drei der Hauptursachen für krankheitsbedingte Fehltage lagen die psychischen Erkrankungen mit einem Anteil von 15,2 Prozent. 2017 lag diese Krankheitsart noch auf Platz zwei. Auch die Anzahl der Krankentage aufgrund psychischer Erkrankungen ging in 2018 zurück: Im Vorjahr gab es 236 Fehltage je 100 Mitarbeiter. Das sind 5,6 Prozent weniger als noch 2017. Das ist der erste Rückgang seit 2006. Dennoch war die durchschnittliche Krankheitsdauer in 2018 mit 33,7 Tagen je Krankschreibung wegen einer psychischen Erkrankung immer noch überdurchschnittlich hoch.

Auf dem vierten Platz der Hauptursachen für krankheitsbedingte Fehltage liegen Verletzungen. Rund zwölf Prozent der Fehltage, bei denen Arbeitnehmer arbeitsunfähig waren und nicht ihren Jobs nachgehen konnten, gingen darauf zurück.

Einkommensschutz im Krankheitsfall

Wer längere Zeit krank ist, also länger als die sechswöchige Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber erfolgt, muss übrigens mit Einkommenseinbußen rechnen. Denn das als Lohnersatzleistung von der Krankenkasse gezahlte Krankengeld ist geringer als das bisherige Nettogehalt. Insbesondere, wer ein hohes Gehalt hat, muss hier mit erheblichen Einkommenseinbußen rechnen.

Gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer haben nämlich bei einer Arbeitsunfähigkeit, die nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung fällt, maximal 78 Wochen Anspruch auf 70 Prozent des bisherigen Bruttolohns, aber höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens. Dabei wird jedoch das Bruttoeinkommen oberhalb der Beitragsbemessungs-Grenze (BBMG) – in 2019 sind das monatlich 4.537,50 Euro – nicht mitberücksichtigt.

Das heißt, wer mehr als 4.537,50 Euro im Monat verdient, bekommt maximal 90 Prozent seines Nettoeinkommens, höchstens jedoch 3.176,25 Euro im Monat (70 Prozent der BBMG), das sind 105,88 Euro pro Tag ausbezahlt. Selbstständige haben in der Regel keine gesetzliche Absicherung und somit im Krankheitsfall keinen Anspruch auf ein gesetzliches Krankengeld. Eine Absicherung der möglichen Einkommenslücke für Arbeitnehmer, aber auch für Selbstständige, ist jedoch über eine private Krankentagegeld-Versicherung möglich.

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