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Der TÜV für den heimischen Medizinschrank

Es gibt viele Leiden, die sich mit rezeptfreien Arzneien lindern lassen, von Erkältungssymptomen über Kopf- und Zahnschmerzen bis hin zu Magen-Darmproblemen. Daher ist es sinnvoll, die passenden Medikamente griffbereit zu Hause zu haben, um schnell dagegen vorzugehen. Experten raten diesbezüglich regelmäßig zu prüfen, inwieweit notwendige Arzneien vorhanden sind und deren Haltbarkeitsdatum noch nicht überschritten ist.

Jeder sollte mindestens einmal im Jahr prüfen, ob in seiner Hausapotheke alle für ihn notwendigen Medikamente und Hilfsmittel vorhanden und funktionstüchtig beziehungsweise haltbar sind. Dies empfiehlt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Welche Arzneien zu Hause vorrätig sein sollten, hängt unter anderem von der Anzahl, dem Alter und dem Gesundheitszustand der Personen eines Haushaltes ab.

So sollte die Hausapotheke ausgestattet sein

Wer beispielsweise regelmäßig Medikamente benötigt, weil er ein chronisches Leiden wie eine Allergie, Bluthochdruck, Diabetes oder eine Herzerkrankung hat, sollte eine ausreichende Menge, beispielsweise für einen oder zwei Monate, bevorraten.

Zudem gibt es einige Arzneien und Hilfsmittel, die in jeden heimischen Medizinschrank gehören. Im Webauftritt der ABDA kann eine entsprechende Checkliste kostenlos heruntergeladen werden. Aufgeführt sind hier unter anderem Schmerz- und Fiebermittel, Arzneien gegen Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Lippenherpes, Allergien, Durchfall und Verstopfung sowie eine Wund- und Heilsalbe.

Wichtig ist zudem Verbandsmaterial wie Heftpflaster und Wundschnellverbände, eine Schere, eine Pinzette, ein Fieberthermometer, ein Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe und Kühlkompressen. Aufgrund der aktuellen Coronapandemie sollte man pro Person auch zwei oder drei Covid-19-Schnelltests zu Hause haben.

Die richtige Lagerung von Medikamenten

Die Arznei- und Hilfsmittel sind gemäß den Angaben des jeweiligen Beipackzettels richtig aufzubewahren.

Zwar sind die meisten Medikamente bei Zimmertemperatur von unter 25 Grad Celsius sowie trocken und lichtgeschützt – und damit beispielsweise nicht im Badezimmer – zu lagern. Es gibt jedoch auch Medikamente, die unbedingt in den Kühlschrank gestellt werden müssen.

Grundsätzlich sollte eine Hausapotheke außer Reichweite von Kindern sein. Weitere Tipps zur richtigen Lagerung enthält der Webauftritt des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG).

Haltbarkeit unbedingt überprüfen

Aus Gründen der Sicherheit sollten alle Medikamente entsorgt werden, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Viele Arzneien, egal ob als Tabletten, Pulver oder Säfte, sind nach dem Verfallsdatum unwirksam oder gefährden im schlimmsten Fall die Gesundheit.

Säfte, Tropfen und Salben verlieren sogar nach dem Öffnen innerhalb kurzer Zeit ihre Wirkung und sind daher sinnvollerweise ebenfalls zu entsorgen, selbst wenn das Haltbarkeitsdatum – dieses Datum gilt nur für ungeöffnete Einheiten – noch nicht erreicht wurde. Übrigens sollten auch Hilfsmittel wie Pflaster oder Verbandsmaterial immer wieder erneuert werden, da sie ihre Funktionsfähigkeit im Laufe der Zeit verlieren. Beispielsweise kleben alte Heftpflaster häufig nicht mehr.

Fehlt bei vorhandenen Medikamenten die Verpackung und/oder der Beipackzettel, sind diese Arzneimittel zu entsorgen, wenn man nicht mehr weiß, wofür oder wogegen sie gedacht oder wie lange sie haltbar sind.

Weiß man jedoch das Haltbarkeitsdatum und ist nur der Beipackzettel verloren gegangen, kann man die entsprechenden Gebrauchsinformationen im Webportal www.patienteninfo-service.de suchen und ausdrucken oder sich vorlesen lassen. Das genannte Webportal wurde von der Rote Liste Service GmbH in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. erstellt.

Wie Medikamente richtig zu entsorgen sind

Wie entsorgt man Medikamente richtig beziehungsweise umweltbewusst? Hinweise dazu enthalten die Webauftritte des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) und das Webportal Arzneimittelentsorgung.de der Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Laut BMU können alte Medikamente in vielen Orten über die Restmülltonne sicher entsorgt werden. In manchen Kommunen wie in Berlin ist dies jedoch nur über sogenannte Medi-Tonnen, Schadstoffmobile und/oder Recyclinghöfe möglich. Einige Apotheken bieten aber auch auf freiwilliger Basis eine Rücknahme von alten oder abgelaufenen Arzneimitteln an.

Auf keinen Fall sind Arzneimittel, egal ob sie in Tablettenform, als Zäpfchen oder in flüssiger Form vorliegen, in die Toilette zu werfen oder über das Waschbecken zu entsorgen. Viele Arzneimittel-Inhaltsstoffe können nämlich in den Kläranlagen nicht herausgefiltert werden und so der Umwelt schaden.