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Wie sich Inflation und Zinswende auf den Spareifer auswirken

Die Stimmung unter den deutschen Sparern trübt sich deutlich ein. Dennoch halten sie ihre Ziele fest im Blick. Inflation und Zinswende führen allerdings bei einem Teil von ihnen dazu, die Geldanlage zu überdenken. Die Altersvorsorge setzt sich wieder an die Spitze der Top-Sparziele. Dies wurde jüngst in einer Umfrage ermittelt.

Unter den Einwohnern Deutschlands verbreitet sich mit Blick auf die eigenen Finanzen Pessimismus, doch ihre Sparbemühungen fahren sie deshalb nicht zurück. Vor allem das regelmäßige Sparen erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Dies zeigt das aktuelle Anlegerbarometer einer Investmentgesellschaft für das dritte Quartal 2022.

In einer Online-Erhebung wurden im August 1.010 Menschen im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt, die in privaten Haushalten über die Finanzen entscheiden und mindestens eine Geldanlage besitzen. Die in regelmäßigen Abständen erstellte Studie ist nach eigenen Angaben repräsentativ für die deutsche Bevölkerung und wurde zuletzt von der Forsa Politik und Sozialforschung GmbH durchgeführt.

Immer mehr Sparer erwarten eine Verschlechterung

Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage im Detail: 38 Prozent der Befragten gehen derzeit davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten sechs Monaten verschlechtern wird. Dies entspricht einem Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber dem zweiten Quartal 2022.

Zum Vergleich: Während der Finanzkrise in den ersten drei Monaten des Jahres 2002 gingen nur 16 Prozent von einer Verschlechterung aus. Und nach zwei Jahren Corona-Pandemie beurteilten in den letzten drei Monaten des Jahres 2021 nur 18 Prozent die eigene Finanzlage kritisch.

In diesem Jahr zeichnet sich über die ersten drei Quartale hinweg insgesamt ein deutlicher Negativtrend ab. Positiv blicken aktuell nur noch zwölf Prozent in Richtung Herbst und Winter.

Die Altersvorsorge kehrt auf Platz eins zurück

Dennoch bleiben die Bürger hierzulande fleißige Sparer. Insbesondere das regelmäßige Sparen steht nach wie vor hoch im Kurs. Der Studie zufolge verfügen 72 Prozent über eine Geldanlage, in die sie regelmäßig einen festen Betrag einzahlen.

Davon legen 33 Prozent jeden Monat zwischen 100 und 250 Euro zurück. Das wichtigste Ziel ist dabei neuerdings die private Altersvorsorge. Dies geben 84 Prozent an. Im vierten Quartal 2021 waren es nur 77 Prozent.

Der Notgroschen hatte sich Ende 2021 mit 82 Prozent erstmals seit sechs Jahren wieder vor der finanziellen Absicherung für das Alter geschoben. Nun fällt er in der aktuellen Umfrage mit nur noch 79 Prozent abermals auf Platz zwei zurück. Daneben werden nun auch finanzielle Unabhängigkeit und Flexibilität (78 Prozent) als wichtige Gründe genannt.

Von einem Zinsanstieg in den kommenden sechs Monaten gehen 77 Prozent aus. Ihre Geldanlage möchten deshalb 35 Prozent von ihnen überdenken. Allerdings haben die meisten von ihnen diesbezüglich noch keine konkrete Vorstellung. Ähnlich reagieren die Befragten auf die aktuelle Inflationsrate. 38 Prozent überlegen, deswegen ihre Investitionen neu zu strukturieren.

Persönliche Finanzanalyse

Um effizient und sinnvoll zu sparen, sollte man auch seine finanzielle Situation genau kennen und beispielsweise wissen, wie man im Alter, aber auch bei Krisensituationen wie einer eintretenden längeren Krankheit aufgestellt ist.

Zudem gilt es realistisch einzuschätzen, inwieweit man mit dem bisherigen Sparverhalten die angesteuerten Sparziele verwirklichen kann. Ein Versicherungsexperte kann mit entsprechenden Finanzanalysen, Übersichtshilfen und Berechnungen dabei unterstützen.

Je nach Sparmotiv und persönlicher Vorsorgestrategie bietet die Versicherungswirtschaft zudem entsprechende Anlage- und Absicherungslösungen wie zum Beispiel eine Altersvorsorge an. Selbst wer glaubt, keinen finanziellen Spielraum für eine Vorsorge zu haben, sollte einen Experten zurate ziehen, denn manche Vorsorgemöglichkeiten – beispielsweise mithilfe einer staatlichen Förderung – erschließen sich erst nach einer gründlichen Analyse.