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Bevölkerungsentwicklung: Corona hinterlässt tiefe Spuren

Bis einschließlich 2019 ist die Anzahl der Einwohner in Deutschland jahrelang gestiegen. Die Experten des Statistischen Bundesamtes gehen anhand der vorliegenden Daten und Schätzungen davon aus, dass seit 2020, dem Beginn der Coronapandemie, die Bevölkerungsentwicklung rückläufig ist.

Von 2011 bis Ende 2019 ist die Bevölkerung in Deutschland kräftig von 80,33 auf 83,17 Millionen Einwohner gewachsen. Im Jahr 2020 hat sich – auch infolge der Corona-Pandemie – der jahrelange Zuwachs in ein Minus von etwa 12.000 Personen auf weiterhin rund 83,16 Millionen Bundesbürger umgekehrt. Das Blatt hat sich offenbar auch 2021 nicht wieder ins Positive gewendet.

Nach einer kürzlich veröffentlichten ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts (Destatis) – die endgültigen Ergebnisse sollen im Sommer veröffentlicht werden – lebten Ende des vergangenen Jahres ungefähr gleich viele Personen in Deutschland wie Ende 2020.

Der Grund für die aktuelle Stagnation

Als Hintergrund für die Stagnation führt die Destatis die gestiegene Sterbefallzahl an, die deutlich größer als die Anzahl der Geborenen gewesen ist. Diese Lücke habe allerdings durch eine gestiegene Nettowanderung geschlossen werden können. Zu den Wanderungsgewinnen hätten unter den Herkunftsländern vor allem Rumänien, Syrien und Afghanistan beigetragen.

Zum Vergleich: 2020 hatte der Wanderungssaldo zum fünften Mal in Folge abgenommen. Als vermutliche Ursachen hatte Destatis insbesondere die Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie sowie deren wirtschaftliche Folgen genannt.

Wieder deutliche mehr Todesfälle als Geburten

Konkret unterstellten die Statistiker bei ihren Berechnungen für 2021 eine Nettozuwanderung von 270.000 bis 320.000 (2020: 220.251) Personen und ein Geburtendefizit im Inland von mindestens 225.000 (212.428) Einwohnern. Dabei standen 775.000 bis 795.000 Geborene etwa 1,02 Millionen Gestorbenen gegenüber. Letzteres stellt einen neuen Höchststand in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dar.

Im Jahr 2020 waren 773.144 Geburten und 985.572 Todesfälle verzeichnet worden. Die gestiegenen Todesfallzahlen hatte Destatis in früheren Veröffentlichungen auf demografische Faktoren sowie Covid-19 zurückgeführt.

Individuelle Konsequenzen

Doch was bedeutet der Rückgang der Bevölkerung und insbesondere, dass weniger Menschen geboren werden als sterben, für den Einzelnen im Hinblick auf die immer älter werdende Gesellschaft? Wenn immer weniger Jüngere nachkommen, sorgen auch künftig immer weniger Erwerbstätige für die Renten der immer mehr werdenden Älteren.

Daher ist es für den Einzelnen wichtig, bereits frühzeitig vorzusorgen, um sorgenfrei den eigenen Ruhestand genießen zu können und nicht zum Sozialhilfefall zu werden. Die Versicherungsbranche bietet diverse finanzielle Absicherungslösungen für das Alter.