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Welche Leiden häufig zu einem Klinikaufenthalt führen

Rund 17,2 Millionen Patienten, und damit rund 13 Prozent weniger als im Vorjahr, wurden 2020 im Krankenhaus behandelt, wie aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts belegen. Daraus geht auch hervor, dass sich an den zehn Hauptdiagnosen, die zu einem Klinikaufenthalt geführt haben, gegenüber dem Vorjahr nichts geändert hat. Allerdings mussten anteilig mehr Patienten wegen Krebserkrankungen eine Klinik aufsuchen als noch im Jahr zuvor.

Insgesamt wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in 2020 knapp 17,3 Millionen Patienten in Krankenhäusern behandelt. Davon verbrachten 16,8 Millionen mindestens einen oder mehrere Tage in der Klinik und knapp 440.000 Menschen wurden ambulant behandelt.

Die Zahl der stationären Fälle ist gegenüber 2019, dem Jahr vor der Coronapandemie, damit um 13 Prozent und die der ambulant behandelten Patienten sogar um fast 16 Prozent gesunken. Die durchschnittliche Verweildauer ist gleichgeblieben und lag auch in 2020 bei 7,2 Tagen.

Die zehn häufigsten Diagnosen sind gleichgeblieben

Die zehn Diagnosen – gemäß der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD-10) –, die 2020 am häufigsten zu einem stationären Klinikaufenthalt führen, haben sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert.

Die zwei häufigsten aller rund 20 in den Destatis-Daten ausgewiesenen Hauptdiagnosen verursachen seit über 20 Jahren rund ein Viertel aller stationären Klinikaufenthalte. Die häufigsten Diagnosen im Jahr 2020 waren Krankheiten des Kreislaufsystems wie zum Beispiel Herzinfarkt, Thrombose oder Bluthochdruck. Knapp 2,51 Millionen Fälle wurden deswegen im Krankenhaus behandelt; das waren 14,9 Prozent aller stationären Klinikpatienten.

Auf Platz zwei folgen 1,77 Millionen Personen, die sich wegen gut- oder bösartige Neubildungen wie Krebs mindestens einen Tag behandeln lassen mussten. Das entsprach fast elf Prozent aller stationären Krankenhausfälle. Im Vorjahr war diese Diagnose noch der vierthäufigste Grund für eine mehrtätige Klinikeinweisung. Und auch der Anteil der Betroffenen gegenüber allen stationär behandelten Patienten war 2020 im Vergleich zu 2019 um fast einen Prozentpunkt niedriger.

Bei den Plätzen fünf bis zehn gab es zudem keine Rangänderungen

Keine Rangänderung gegenüber 2019 gab es bei der dritthäufigsten Ursache, nämlich den Verletzungen oder Vergiftungen. Fast 1,72 Millionen Patienten wurden deswegen klinisch behandelt. Insgesamt waren das mehr als zehn Prozent aller stationär behandelten Fälle. Auf dem vierten Platz lagen Krankheiten des Verdauungssystems. Im ersten Coronajahr wurden fast 1,69 Millionen Fälle deswegen in einer Klinik behandelt, was jedem zehnten stationären Krankenhauspatienten entsprach. 2019 nahm dieses Leiden noch den zweiten Rang ein.

Keine Rangänderungen gegenüber dem Vorjahr gab es bei den Plätzen fünf bis zehn der Diagnosen, die am häufigsten zu einem mindestens eintägigen Klinikaufenthalt führten. Die Plätze fünf und sechs belegten Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes mit knapp 1,43 Millionen sowie Krankheiten des Atmungssystems mit fast 1,03 Millionen stationären Klinikfällen.

Danach folgten psychische Störungen und Verhaltensstörungen mit fast 966.800 Millionen Fällen, Erkrankungen des Urogenitalsystems mit 962.700 Millionen Patienten sowie Behandlungen im Rahmen von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett mit knapp 934.700 Betroffenen. Auf dem zehnten Platz lagen Symptome und abnorme Laborbefunde, die anderweitig nicht klassifiziert sind, mit rund 673.100 Klinikfällen.

Optimierter Klinikaufenthalt

Insgesamt führten die fünf häufigsten der ausgewiesenen 22 Hauptdiagnosen zu mehr als der Hälfte (54 Prozent) aller stationären Klinikfälle. Die nächsten fünf Krankheitsarten verursachten 27 Prozent der entsprechenden Aufenthalte. Auf die zwölf weiteren Diagnosen, darunter Krankheiten des Nervensystems, infektiöse und parasitäre Leiden, Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten, Krankheiten des Auges, der Haut, des Ohres oder des Blutes, entfielen die verbleibenden 19 Prozent aller stationär behandelten Patienten.

Zu beachten ist, dass die aufgeführten Daten von Destatis keine Coronafälle separat ausweisen, da Covid-19 keine zulässige Hauptdiagnose nach der ICD-10 ist. Betrachtet man die Coronafälle im Einzelnen, wurden in 2020 laut Destatis jedoch 176.100 Menschen mit oder wegen Covid-19 klinisch behandelt, die im gleichen Jahr entlassen wurden. Das wäre Rang 18 der häufigsten Diagnosen.

Tipp: Wer Wert auf eine möglichst komfortable Unterbringung und individuelle Betreuung legt, hat in vielen Kliniken die Möglichkeit, diverse Wahlleistungen in Anspruch zu nehmen. Angeboten werden unter anderem Einzel- statt Mehrbettzimmer sowie die Behandlung durch den Chefarzt. Allerdings übernimmt eine Krankenkasse derartige Wahlleistungen in der Regel nicht. Gesetzlich Krankenversicherte, die jedoch eine entsprechende private Krankenhaus-Zusatzversicherung haben, können ohne Kostenrisiko in den Genuss der genannten Wahlleistungen kommen.